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Via Belgica
in Übach-Palenberg

Etwas über 20 Meter Höhenunterschied musste die Via Belgica zwischen Hochfläche und dem Tal des Übachs überwinden. Um die Trassenführung als Gerade beibehalten zu können, entschieden sich die römischen Ingenieure für eine geeignete bauliche Maßnahme: Sie überwanden den Hang, indem sie die Straße als geneigte Rampe in einen künstlichen Einschnitt legten. Um die Neigung der Trasse in Grenzen zu halten, setzte der Geländeeinschnitt mehr als 130 Meter vor dem Hang allmählich an und war insgesamt ca. 230 Meter lang. Das Gefälle der Straße muss zwischen 8,5 und 10 Prozent betragen haben. Das belegen die archäologischen Untersuchungen, die hier durchgeführt wurden.

Die geophysikalischen Messungen entlang der Via Belgica zeigen, dass die Fernstraße unterhalb des modernen Feldweges noch zu finden ist. Die deutlich erkennbaren Straßengräben beiderseits des Weges verdeutlichen, dass die Fernstraße hier eine Breite von 25 Metern hatte. Dort, wo der Feldweg heute abknickt, führte die römische Straße in gerader Linie weiter und grub sich allmählich in das Gelände ein. Ein Profilschnitt durch die Straße ca. 50 Meter vor der Geländekante zeigte, dass der Straßeneinschnitt hier bereits eine Tiefe von etwas über zwei Meter hatte. Die Straßenbreite wurde im Einschnitt auf knapp drei Meter reduziert.

Etwa 3,50 Meter vor dem Geländeeinschnitt trat an der südlichen Seite der Via Belgica bei Ausgrabungen eine römische Grabstätte aus der zweiten Hälfte des 1. oder dem frühen 2. Jahrhundert n. Chr. zutage. Die Niederlegung von Verstorbenen in unmittelbarer Nähe einer Fernstraße und Kennzeichnung der Grablege durch einen Grabstein oder sogar durch einen repräsentativen Grabbau war in römischer Zeit üblich und beliebt. Das belegen Beispiele aus dem gesamten Römischen Reich.