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Via Belgica  Römisches Stadttor / St. Aposteln

Die römische Staatsstraße von Köln an die Atlantikküste beginnt am mittleren Westtor der römischen Stadtmauer. Das mächtige Gebäude bestand aus einem Torhaus mit drei Durchgängen und zwei Türmen. Helle Steine im Pflaster des Platzes vor dem Ostchor der Kirche St. Aposteln erinnern an seinen Standort. Eine vermauerte Pforte in einer Höhe von 7,80 Meter in der Chorapsis führte ursprünglich auf den Laufgang der im 12. Jahrhundert hier noch erhaltenen römischen Stadtmauer.

Vor der römischen Stadtmauer lag seit der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. an der Via Belgica ein planmäßig angelegter Vorort (suburbium). Daran schlossen sich auf einer Strecke von rund zwei Kilometern Friedhöfe beiderseits der Fernstraße an.

Im Mittelalter geriet die römische Straße im Abschnitt zwischen Neumarkt und Rudolfplatz in die landwirtschaftlichen Flächen des Apostelstifts. In diesem Teilstück verlor die Straße ihre Funktion und wurde aufgegeben. 2008 konnte hier die Via Belgica bei einer archäologischen Untersuchung ausgegraben werden. Ein konservierter Querschnitt durch den Straßendamm mit den begleitenden Sandwegen und den Entwässerungsgräben ist im Foyer der Fritz Thyssen Stiftung im ehemaligen Amerikahaus ausgestellt (Apostelnkloster 13–15).

Eine den zwölf Aposteln geweihte Kirche wird im Jahr 965 erstmals in den Schriftquellen erwähnt. Ihre heutige Gestalt mit Westturm und Dreikonchenapsis erhielt die Basilika im 12. Jahrhundert.