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Via Belgica  Römische Grabkammer Weiden

Das Römergrab in Köln-Weiden ist das Schatzkästchen unter den Bodendenkmälern des Rheinlandes. Die aus tonnenschweren Steinblöcken errichtete und mit einer mächtigen Falltür verschlossene unterirdische Grabkammer wurde 1843 zufällig bei Bauarbeiten entdeckt. Sie liegt direkt an der römischen Fernstraße, rund neun Kilometer vor den Mauern des römischen Köln.
Das Römergrab wurde 1844 vom preußischen Staat gekauft und mit einem Schutzbau versehen. Es ist das erste Bodendenkmal am Rhein, das konserviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist.

Die Grabkammer aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. ist luxuriös als Speisezimmer eingerichtet. Wie für die Ewigkeit bestehen Sofas und Sessel aus kostbarem Marmor und Kalkstein. Die Grabstätte nutzte eine wohlhabende Familie über Generationen bis in das 4. Jahrhundert n. Chr. Vermutlich handelt es sich um die Besitzer eines großen Gutshofes (villa rustica) in der Umgebung. Marmorbildnisse porträtieren verstorbene Mitglieder der Familie.

Über der unterirdischen Grabanlage erhob sich ein repräsentativer Grabbau. Dort stand ursprünglich der reich mit Figuren geschmückte, aus Rom importierte Marmorsarkophag, der heute in der Grabkammer ausgestellt ist. Das Familiengrab war nicht die einzige Grabstätte an dieser Stelle. In seiner Nähe befanden sich weitere Gräber.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Via Belgica wurden Mauerreste eines Gebäudes entdeckt. Es handelt sich vielleicht um eine mansio – eine Raststation an der römischen Reichsstraße. Hier konnten Reisende übernachten, essen und beim Bad entspannen. Ställe und Werkstätten, Schmiede und Stellmacher für die Wagen, Tierärzte und -pfleger für die Zugtiere standen den Gästen zur Verfügung.