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Limesstraße  Eigelsteintorburg

Eigelstein heißt die Straße, die heute noch die Trasse der Limesstraße nach Norden benutzt. Ab hier säumten in römischer Zeit weitläufige Friedhöfe die Fernstraße. Ein monumentales Grabgebäude, das noch im 12. Jahrhundert aufrecht stand und im Volksmund Eigelstein genannt wurde, gab der Straße, dem mittelalterlichen Stadttor und dem ganzen Viertel diesen Namen. Die Eigelsteintorburg ist die dritte der noch erhaltenen mittelalterlichen Torburgen Kölns. Sie blieb Ende des 19. Jahrhunderts vom Abriss der Stadtmauer verschont und diente als Museumsgebäude.

Seit 1891 schmückt die Stadtseite des Westturms der „Kölsche Boor“: Dieser Kölner Bauer steht nicht für den Bauern im Kölner Dreigestirn. Er steht auch nicht für die Kappesbauern des Eigelsteinviertels in Mittelalter und Neuzeit, sondern ist Symbol der Reichstreue der Stadt. Die Figur wurde anlässlich des Besuchs von Kaiser Wilhelm II. aufgestellt, das Original befindet sich heute im Kölner Rathaus.

Gegenüber wird in der großen Nische des Ostturms an den Untergang des Kriegsschiffs S.M.S. Cöln vor Helgoland am 28. August 1914 erinnert. Nur der Oberheizer, der Kölner Adolf Neumann, überlebte. Das Postboot, mit dem er sich retten konnte, wurde hier 1915 neben dem Bugwappen des Kreuzers aufgehängt.

Schaut man von der Stadtseite durch die Eigelsteintorburg, sieht man den Ebertplatz und die schnurgerade verlaufende Neusser Straße. Sie führt auf der Trasse der römischen Limesstraße an der Kirche St. Agnes vorbei in den Kölner Norden.