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Agrippastraße im Königsfeldertal

Hinter dem Bleibergwerk ist der Verlauf der Agrippastraße wieder als Feldweg zu erkennen. Auf dem von hier sichtbaren Hügel neben der Strecke könnte in der Römerzeit eine Signalstation gestanden haben, von der aus der Verkehr überwacht wurde. Solche Stationen dienten außerdem als Anfangs- und Endpunkt bei der Vermessung von geraden Strecken – wie der Agrippastraße, deren 17 Kilometer langer, gerader Hauptstrang durch die Eifel hier endete. Etwas weiter südlich verzweigt er sich in eine westliche Trasse Richtung Marmagen und in eine östliche Richtung Görresburg und Nettersheim. Die östliche Strecke führt nach etwa zwei Kilometern ins Königsfeldertal mit seinen steilen Auf- und Abstiegen. Eine Herausforderung für die römischen Straßenbauer, denn hier konnte der Weg nicht mehr gerade geführt werden.

Auf der Nordseite des Königsfeldertales ist an der steilsten Stelle ein Hohlweg zu erkennen, der in einem weiten Bogen talwärts führt. In einer Felsrippe haben Archäologen eine Fahrspur festgestellt, die von der Spurbreite her römisch sein könnte. Fast parallel zur relativ flachen Strecke für die Talfahrt gab es eine direktere für die Bergfahrt mit einer Steigung von bis zu 16 Prozent.

Im Tal erschwerten sumpfiges Gelände und der Ausläufer einer weiteren Felsrippe die weitere Streckenführung. Interessant ist, dass die Straßenbauer den Weg nicht um die Felsrippe herumführten, sondern das Hindernis beseitigten. Die dabei entstandene Lücke ist heute noch an einem kleinen Rest der Felsrippe talabwärts im Osten sichtbar. Möglicherweise haben Landwirte sie in jüngerer Zeit noch verbreitert.