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Via Belgica
Vicus Neubourheim

An dieser Stelle befand sich einst eine römische Siedlung. Hinweise darauf entdeckten Archäologen bereits in den 1960er Jahren – damals fand man bei einer Feldbegehung eine ungefähr 250 x 80 Meter große römische Trümmerstelle. Spätere Luftaufnahmen deuteten auf eine 4,5 Hektar große Straßensiedlung (vicus) hin.

Durch das Gelände verläuft ein gerades, zwischen sechs und zwölf Meter breites Band, das sich hell von der Umgebung abzeichnet: die frühere Straße. Rechts und links davon zweigen mehrere helle Streifen im rechten Winkel ab. Wie der rechtsrurig gelegene vicus Iuliacum übernahm die Siedlung die Funktion eines Etappenortes an einer Stelle, die einen Aufenthalt erzwang, wenn die Rur wegen Hochwasser nicht passierbar war. 2003 maßen Archäologen das Magnetfeld in diesem Areal. Dabei ließen sich deutliche Unregelmäßigkeiten auf beiden Seiten der Straßentrasse erkennen, die auf Bausubstanz hinwiesen.

Die Siedlungsfläche eines vicus war in der Regel in lange, rechteckige Parzellen unterteilt, die rechtwinklig zur Straße angelegt waren. Innerhalb der Parzellen war die Bebauung vorgegeben: Beiderseits des Weges standen langgestreckte Häuser, die mit dem Giebel zur Straße zeigten. Zwischen den Häusern verliefen oft schmale Kieswege oder die so genannten Traufgassen, durch die Abwässer abfließen konnten. Häufig besaßen die Häuser aber auch gemeinsame Wände. Die Flächen hinter den Parzellen nutzten die Siedlungsbewohner als Garten oder als gewerbliche Werkstätten.