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Via Belgica
St. Mariä Himmelfahrt / Marktplatz

Fast 2000 Jahre Siedlungsgeschichte haben auf diesem Platz ihre Spuren hinterlassen: Der Markt der Stadt Jülich befindet sich seit der Renaissance wieder an der Stelle, die schon in der Antike das Zentrum der Siedlung bildete.

Im Mittelalter lag der Altmarkt vor dem Kastell an der Ecke Düsseldorfer Straße/Kapuzinerstraße. Doch nach dem großen Brand im Jahr 1547 musste die Stadt komplett neu gestaltet werden. Dabei wurde der Markt als Mittelpunkt der Stadt an seinen ursprünglichen Platz zurückverlegt. Beim Bau des Alten Rathauses legte man dort die römische Hauptstraße frei. Ihr weiterer Verlauf ist heute im Pflaster des Marktplatzes dargestellt. Rings um den Markt verliefen im 4. Jahrhundert die Mauern des spätrömischen Kastells – graue Streifen auf den vier Straßen, die heute vom Markt abgehen, markieren den früheren Verlauf. Insgesamt befinden sich hier im ehemaligen Zentrum des römischen Ortes mehr als zwei Meter Siedlungsschutt.

Das Kastell wurde bis ins hohe Mittelalter genutzt. An einem Mauerabschnitt stand ein römisches Gebäude, aus dem die romanische Kirche St. Mariä Himmelfahrt hervorgegangen ist. Die Bauwerke der Römer wurden in dieser Zeit als Ersatzsteinbrüche genutzt: So ist neben dem Seiteneingang der Kirche noch das Bruchstück eines römischen Weihesteins mit Füllhornrelief erkennbar. Auf dem Sockel einer Jupitersäule, der im Fundamentbereich der Kirche gefunden wurde, ist eine Inschrift zu lesen, die erstmals den Ortsnamen Jülich nennt: „Dem höchsten römischen Gott errichteten die Jülicher Vicusbewohner, die vicani Iuliacenses, diese Säule.“ Bei den kleinen Säulen der Turmhalle aus der Zeit um 1150 handelt es sich um „Kölschen Marmor“ – Marmorersatz, gefertigt aus den Kalkablagerungen der römischen Eifelwasserleitung.