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Via Belgica
Rurübergang / Brückenkopf

Die Via Belgica überquerte in der Nähe dieser Stelle die Rur. Der Fluss, nach der römischen Göttin Rura benannt, war in der Antike durch seine unregelmäßigen Wasserstände ein ernsthaftes Verkehrshindernis. Hinzu kam, dass die Rur nicht in einem befestigten Flussbett floss, sondern sich immer wieder neue Wege suchte. Sie bildete somit eine breite, sumpfige Barriere, die schwer passierbar war. Heute wird die Rur durch Talsperren reguliert.

Ein günstiger Ort, den Fluss zu überqueren, war die Rurtalverengung im Bereich der heutigen Stadt Jülich. Um Christi Geburt wurde deshalb der Ort Iuliacum an der Rur gegründet.

Die genaue Lage der römischen Brücke ist nicht bekannt. Sie wird zwischen der heutigen Autobrücke und der Fußgängerbrücke Kirchberger Straße vermutet. Auf der anderen Rurseite wurde als Pendant zur Siedlung (vicus) Jülich ein kleiner vicus bei Neubourheim/Wackersmühle gegründet. Die Brücke war ein neuralgischer Punkt auf der Via Belgica. Seit der Spätantike ist sie deshalb besonders geschützt worden: Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde unter Napoleon gegenüber der Stadt der „Brückenkopf“ errichtet – ein imposantes Festungswerk, das den Rurübergang sichern sollte. Auch im Zweiten Weltkrieg war diese Stelle ein hart umkämpfter Punkt.