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Via Belgica
Römerstraße und Vicus Iuliacum

Auf diesem schnurgeraden Abschnitt der Via Belgica zwischen Jülich und Köln entstand in den sumpfigen Niederungen der Rur das römische Iuliacum (Jülich). Die zivile, zunächst unbefestigte Siedlung umfasste etwa 13 Hektar entlang der Straße. Dazu wurden rechts und links der Fahrbahn aus Stampfkies so genannte Streifenhäuser errichtet, schmale Gebäude, die mit der Giebelseite zur Straße standen. Einzelne Räume dieser Häuser besaßen eine Fußbodenheizung (hypocaustum), mitunter schmückten Malereien die Wände. An den Hausfronten gab es teilweise überdachte Verkaufsbereiche.

Die Bewohner Iuliacums bestatteten ihre Toten an der Straße vor der Siedlung. Der „Sarkophag“ auf dem Schlossplatz ist eine römische Aschenkiste, ein Behälter für die Reste einer Brandbestattung. Er wurde in Kirchberg gefunden und 1904 hier aufgestellt.

Die Via Belgica zwischen Köln und Jülich stellte eine wichtige Verkehrsader dar, die als B55 bis in das vergangene Jahrhundert stark genutzt wurde. Sie machte Jülich zu einem strategisch bedeutsamen Punkt im Rheinland. So ist es kein Zufall, dass der Ort auf eine lange Tradition als Festungsstadt zurückblickt. Das spätrömische Kastell, die mittelalterliche Stadt und die frühneuzeitliche Zitadelle sind nur drei Stationen einer Festungsgeschichte, die bis ins 19. Jahrhundert reicht.

Heute ist die Streckenführung der Via Belgica im Osten Jülichs durch den Tagebau unterbrochen, nur das letzte Stück folgt der römischen Trasse. Dort heißt sie Römerstraße – ihr Asphalt liegt fast zwei Meter über dem Kies der Via Belgica.