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Agrippastraße  Römisches Gräberfeld

Spektakuläre Einblicke in den Alltag der Römer: Knapp 200 Meter von der Agrippastraße entfernt zeugen etwa 45 Gräber mit Grabbeigaben von den Menschen, die hier zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert gelebt haben. Am Ende der Straße „Am Alten Bahnhof“ in Hürth-Hermülheim fanden Archäologen bei zwei Ausgrabungen zahlreiche gut erhaltene Steinsärge sowie weitere Brand- und Körpergräber. Sie lassen auf eine dazugehörige Siedlung schließen, einen Gutshof (villa rustica) in der Nähe der Römerstraße.

Die Bewohner des Hofes waren wohlhabende provinzialrömische Bürger der Colonia Claudia Ara Agrippinensium, also der Stadt Köln. Dies lässt sich aus den wertvollen Grabbeigaben wie Schmuck, Kleidung, Glas- und Keramikgefäßen sowie Münzen ablesen. Wahrscheinlich gehörten sie sogar zur landbesitzenden städtischen Oberschicht.

Einige besonders wertvolle Grabbeigaben aus dem 3. Jahrhundert spiegeln die politische Aufwertung wider, die Köln als Residenzstadt vor und während des von Postumus begründeten so genannten Gallischen Sonderreiches (260 bis 274) erfuhr. Eine Porzellanschnecke aus dem Roten Meer, ein Spinngerät aus Elfenbein und Bernsteinperlen deuten sogar auf weitreichende Handelsbeziehungen hin.

Im 4. und 5. Jahrhundert bewohnten Germanen das Landgut. Die Männer waren Söldner im römischen Heer. Sie und ihre Frauen übernahmen rasch Lebenskultur und Grabsitten ihrer römisch geprägten Umwelt.

Etwa 300 Meter westlich des Gräberfeldes kreuzte an der Einmündung zur heutigen Severinusstraße die römische Eifelwasserleitung die Agrippastraße. Aus einem Kontrollweg entlang dieser Wasserleitung sind wahrscheinlich die Severinus- und die heutige Bonnstraße hervorgegangen.