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Agrippastraße an der Ville

Auf ihrem Weg von Köln nach Trier war die knapp 200 Meter hohe Ville das erste Hindernis, das die Agrippastraße überwinden musste. Für die römischen Straßenbauer war dies aber kein Grund, von der üblichen geraden Streckenführung abzuweichen.

Die moderne Luxemburger Straße, die von Köln kommend über acht Kilometer der antiken Agrippastraße schnurgerade folgt, schwenkt hier nach Süden ab. Eine archäologische Sondage, die zur Überprüfung des Zustands der antiken Straße angelegt wurde, ergab, dass die Römerstraße an dieser Stelle – wohl in Zusammenhang mit der Befestigung der alten B265 – zerstört wurde. Ab hier nimmt die zum Chemiepark Hürth-Knapsack führende Industriestraße für weitere 500 Meter den Verlauf der römischen Trasse auf.

Ab dem Industriepark ist die antike Straße bis kurz vor Liblar am westlichen Fuß der Ville dem Tagebau „Vereinigte Ville“ gewichen. Das heute rekultivierte Gelände ist ein Naherholungsgebiet, dessen Seen Relikte des ehemaligen Tagebaus sind.

Der Verlauf der Agrippastraße in diesem Bereich lässt sich mit Hilfe von historischen Kartenwerken, wie der französischen Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling (1801–1828) oder der preußischen Karten aus dem 19. Jahrhundert, lückenlos rekonstruieren.

Im antiken Trassenverlauf lässt sich am höchsten Punkt der Ville ein kaum merklicher Knick beobachten. Er liegt in der Nähe der spätrömischen Befestigungsanlage „Villenhaus“ und ist möglicherweise auf einen Vermessungsfehler der römischen Straßenbauer zurückzuführen. Von hier aus hat man Sicht sowohl nach Köln als auch nach Zülpich.