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Via Belgica 
Ringwallanlage im Rimburger Wald

Ein mächtiges Grabenwerk verbirgt sich hier im Rimburger Wald. Ein etwa vier Meter breiter Graben umschließt ein Areal von mehr als einem Hektar Größe und ist in Laserscan-Aufnahmen ausgezeichnet auszumachen. Diese Methode erlaubt es, das Geländerelief auch in Waldgebieten aus der Luft minuziös zu vermessen. Die von den Landesvermessungsämtern erstellten Reliefkarten werden seit einigen Jahren intensiv für die Erfassung von Bodendenkmälern ausgewertet.

An dieser Stelle bietet die Höhenkartierung einen klaren Blick auf eine etwa 170 x 85 Meter große Befestigungsanlage, die im Grundriss annähernd rechteckig ist. Lediglich der östliche Abschluss der Gesamtanlage hat einen eher trapezoiden Umriss. An den äußeren Graben schließt sich innen ein Wall an.

Die Ringwallanlage im Rimburger Wald gibt der Forschung noch heute Rätsel auf: Das Alter lässt sich allein aus ihrem Grundriss nicht ablesen. Bereits in der vorrömischen Eisenzeit wurden ähnlich befestigte Höhensiedlungen errichtet. Für die größeren Anlagen dieser Art führten die Römer die Bezeichnung „oppidum“ ein. Das hiesige Grabenwerk könnte aber auch aus sehr viel jüngerer Zeit stammen, denn noch im Mittelalter legte man derartige Befestigungsanlagen an, beispielsweise als Fluchtburg, in die sich die ortsansässige Bevölkerung im Kriegsfall zurückziehen konnte. Datierendes Fundmaterial zum Rimburger Ringwall fehlt, denn hier – mitten im Naturschutzgebiet – haben nie archäologische Ausgrabungen stattgefunden.