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Via Belgica
Zievericher Mühle

Einen Einblick in die Wasserbautechnik vergangener Zeiten bietet die Zievericher Mühle an der Erft: Hier ließen die Einwohner der umliegenden Dörfer und Höfe jahrhundertelang ihr Öl und Mehl herstellen.

Erstmals taucht die Mühle um 1243 in der Chronik auf. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die alte Mühle aufgegeben und 1715 wenige hundert Meter weiter nördlich durch ein neues Mühlengebäude ersetzt. Dieses ist heute noch vorhanden: Es besteht aus einer dreiflügeligen Hofanlage mit einem L-förmigen Wirtschaftsgebäudetrakt und einem Wohnhaus.

1950 wurde die Mühle stillgelegt. Das Wasserrad und das Inventar sind nicht mehr vorhanden. Lediglich die Flutschleuse (= Freiarche), ein hölzernes Ständerwehr, ist erhalten. Die Freiarche ist Teil eines Wehrs, das extra für eine Mühle an einem fließenden Gewässer entwickelt wurde. Durch verschiedene Aufzugs- und Drehvorrichtungen lässt sich damit der Wasserzufluss für den Mühlbetrieb steuern.

Die Zievericher Freiarche besitzt acht Schiebevorrichtungen, so genannte Schütze, die per Walzenantrieb über eine Zahnstange bewegt werden. Das Bauwerk ist einzigartig in der Region. Erst 2012 wurde es von der Eigentümerfamilie restauriert und erneuert, so dass hier ein Stück Mühlengeschichte weiterbesteht.