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Agrippastraße  Römerthermen Zülpich - Museum der Badekultur

Als „besterhaltene ihrer Art nördlich der Alpen“ gilt die römische Thermenanlage Zülpichs aus dem 2. Jahrhundert. Bei Kanalbauarbeiten im Jahr 1929 stießen Arbeiter im Stadtzentrum auf die Badeanlage, die sich bald als Jahrhundertfund herausstellte. Zwar hatten Archäologen an anderen Orten, etwa in Trier, längst weit größere Anlagen freigelegt – doch waren diese viel stärker zerstört. In Zülpich, dem antiken Tolbiacum an der Agrippastraße, sind auch die Fußboden- und Wandheizung, die ausgeklügelten Abwasserkanäle sowie aufgehendes Mauerwerk noch in weiten Teilen erhalten.

Den guten Zustand haben die Thermen der Kirche St. Peter zu verdanken, die im Mittelalter auf dem Mühlenberg neben dem mittlerweile verfallenen Areal errichtet wurde. Ein Friedhof direkt über den ehemaligen römischen Bädern bewahrte die Ruinen über Jahrhunderte vor zerstörerischen Einflüssen.

Da der Schutzbau über der Ausgrabung aus den 1930er Jahren seit Ende der 1990er Jahre akut einsturzgefährdet war, ging die Stadt Zülpich 2004 Abriss und Neubau an. Der 2008 fertiggestellte Neubau beheimatet heute das Haus „Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur“. Im Zentrum steht die römische Thermenanlage, die den Gipfel römischer Ingenieurskunst und antiker Lebensqualität in der Provinz repräsentiert: Sport, Fitness, Wellness – auf römisch. Das Museum erläutert auch, warum man im Mittelalter das Baden scheute, wer wann was im Bade trug und welchen Stellenwert Körperpflege und Kosmetik im Wandel der Zeiten bis heute haben.