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Agrippastraße
Burg Langendorf und Chlodwig-Stele

Burg Langendorf

Die spätgotische Wasserburg Langendorf gilt als einer der prächtigsten Herrensitze zwischen Eifel und Börde. Der Standort wird urkundlich bereits im 13. Jahrhundert erwähnt. Im 15. Jahrhundert erhielt die Burg durch Erweiterung ihrer Funktion ihre heutige Gestalt: Es entstand das in Bruchstein errichtete, verputzte Burghaus mit Gerichtssaal im Untergeschoss. Auch das Vorburggelände wurde neu gestaltet.

Das spätgotische Herrenhaus war ursprünglich ganz von Wassergräben umgeben. Als ältester Bauteil des Hauses gehörte der runde Eckturm mit Kegeldach bereits zu einer Vorgängeranlage. Das zweigeschossige Herrenhaus ist über einem Bruchsteinkeller in Fachwerk ausgeführt. Im ersten Geschoss ragt ein Kapellenerker aus Sandsteinquadern vor. Zum Turm hin sind Aborterker für beide Geschosse versetzt auf Konsolen angebracht. Großteils moderne Wirtschaftsgebäude auf dem Vorburggelände umschließen einen Innenhof. Der Westflügel entstammt noch dem 16. Jahrhundert.

Vorfahren des heutigen Eigentümers erwarben die Burg 1880. Dem jetzigen Besitzer gelang es, die schwer beschädigte Burg in jahrzehntelanger Arbeit zu renovieren. Sie dient seither als Wohnsitz, im Vorburgbereich finden auch Konzertveranstaltungen statt.

Chlodwig-Stele

An den Mythos der Chlodwig-Schlacht erinnert die acht Meter hohe Chlodwig-Stele des bekannten Steinbildhauers Ulrich Rückriem auf der Wollersheimer Heide: Nach Schriftquellen aus dem Mittelalter soll der aus dem heutigen Belgien stammende salfränkische König Chlodwig dem rheinfränkischen Nachbarn Sigibert im Jahr 496 zu Hilfe geeilt sein, als dieser gegen die Alemannen kämpfte. Chlodwig bekannte sich während der Schlacht zum römisch-katholischen Glauben – das brachte ihm den Sieg und schließlich das gesamte Rheinland ein. Später schuf Chlodwig ein fränkisches Großreich mit Paris als Hauptstadt.

Zwar lassen sich weder das Jahr 496 noch Zülpich als Schlachtort zweifelsfrei beweisen, doch datieren die mittelalterlichen Chroniken den Beginn von Chlodwigs Nimbus als unbesiegbarem Feldherrn stets auf den Sieg in einer Schlacht bei Tolbiacum (Zülpich). Dass eine von womöglich mehreren Schlachten hier stattgefunden haben kann, ist auch deshalb plausibel, weil das römische Straßennetz zwischen Köln und Maastricht zu dieser Zeit sehr gut ausgebaut war.