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Agrippastraße  Bergschadensgebiet

Auf bleiernem Boden: Westlich von Mechernich ist die Agrippastraße auf einer Länge von 1,6 Kilometern dem ehemaligen Bleibergwerk zum Opfer gefallen und daher nicht mehr vorhanden. Funde und schriftliche Überlieferungen legen nahe, dass schon die Römer dort Blei geschürft haben. Spuren davon sind jedoch nicht mehr erhalten.

In diesem Gebiet liegt das Metall in einem elf Kilometer langen und ein bis zwei Kilometer breiten Streifen in der Erde. Schon knapp unter der Oberfläche konnte das Bleierz abgebaut werden. Im Mittelalter wurden deshalb wenige Meter tiefe Schächte gebaut, um die erzhaltigen Schichten zu erreichen. Richtig lukrativ war der Abbau aufgrund des geringen Erzgehalts von nur etwa zwei Prozent aber erst im großen Stil. Daher wurden im Tagebau ungeheure Mengen an Material an die Oberfläche gebracht und dort zerkleinert; das Erz wurde aussortiert. Das nicht verwertbare Gestein wurde zum Verfüllen älterer Schächte genutzt oder auf Halde gekippt, so dass weitläufige Abraumhalden entstanden.

Es sind zwar noch immer etwa 100 Millionen Tonnen Bleierz im Boden enthalten, diese sind aber unter den heutigen Weltmarktbedingungen nicht abbauwürdig. Heute sind vor allem noch die wenig bewachsenen Halden des ehemaligen Bleibergbaus zu sehen, die aus Naturschutzsicht eine Besonderheit darstellen. Hier hat sich eine besondere Pflanzengemeinschaft ausgebildet, die man Schwermetallvegetation nennt. Charakteristisch dafür ist u. a. die Galmei-Grasnelke. Auch seltene Tierarten findet man hier. Andere Bereiche sind mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. Ein Teil des Gebietes wurde in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zur Mülldeponie umfunktioniert. Diese ist aber jetzt stillgelegt. Das Bergschadensgebiet steht unter Naturschutz und ist als europäisches FFH-Gebiet ausgewiesen.

Das Bergbaumuseum Mechernich mit dem Besucherbergwerk Grube Günnersdorf zeigt über und unter Tage die verschiedenen Abbautechniken und Werkzeuge. Auf dem beschilderten „Bergbauhistorischen Wanderweg“ sind noch Teile der ehemaligen oberirdischen Arbeitsstätten zu sehen.

Das Betreten des Geländes ist lebensgefährlich und daher nicht gestattet.