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Agrippastraße in Erftstadt

Fast 35 Kilometer lang kann man der Agrippastraße zwischen Köln und Zülpich heute noch folgen. Der Verlauf von modernen Straßen und Feldwegen entspricht mit wenigen Unterbrechungen dem der römischen Fernstraße. So auch hier, in der Nähe des Gestüts Römerhof, wo 2004 ein kleinflächiger Profilschnitt zur archäologischen Untersuchung der Straße angelegt wurde.

Reste des römischen Straßenkörpers liegen bereits 30 Zentimeter unter dem modernen Feldweg. Der Straßendamm ist 8,30 Meter breit. Die Datierung zweier seitlich gelegener Gräben ist nicht eindeutig. Da die Straße durch die Jahrhunderte hinweg in Benutzung geblieben ist, könnte dies auch für die Gräben angenommen werden. In diesem Fall hätte die Straße unter Einbeziehung der Gräben eine Gesamtbreite von 11,40 Meter. Möglich ist, dass seitlich von Fahrbahn und Gräben – wie auch anderenorts – eine oder zwei unbefestigte Bahnen, sogenannte Sommerwege, angelegt waren.

Zum Bau der Straße ließen die römischen Ingenieure zunächst den damaligen Oberboden sowie zusätzlich etwa zehn Zentimeter der darunter anstehenden Kiesschicht abtragen. Drei auf dieses Niveau aufgebrachte tonige Lehmschichten bildeten den Unterbau der Fahrbahn. Zahlreiche darin eingeschnittene Karrenspuren belegen, dass die Trasse während der Bauzeit mit Wagen befahren wurde. Die darauf liegende Fahrbahn besteht aus dichtem Kies und ist noch bis zu 22 Zentimeter hoch erhalten. Der zweischichtige Aufbau der Straße ist im Profilschnitt deutlich zu erkennen.