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Via Belgica
Römische Straßenstation

Es begann damit, dass Kaiser Augustus eine revolutionäre Idee hatte: Er gründete den cursus publicus, den staatlichen Kurier- und Transportdienst. Die Kutschen, mit denen die Nachrichten, Güter und Personen transportiert wurden, fuhren über die Römerstraßen – so auch über die Via Belgica. An dieser Stelle stand eines der Rasthäuser, die sich mindestens alle 40 Kilometer entlang der Straßen befanden. Ebenjene 40 Kilometer entsprachen der Entfernung, die zu Zeiten des Römischen Reiches als eine Tagesreise galt.

Die Straßenstation in Aldenhoven wurde in den 1960er Jahren entdeckt, als in einem Acker römische Ziegel und Gefäßscherben gefunden wurden. Eine geophysikalische Messung zeigte den Grundriss eines rechteckigen Gebäudes mit einem vorspringenden Eckraum, die Hauptfront war zur Via Belgica ausgerichtet. Hier und an der westlichen Schmalseite war das Haus in jeweils etwa gleich große Kammern aufgeteilt, die sich um einen Hof gruppierten – ein Schema, das für römische Herbergen charakteristisch ist.

Weitere Messungen haben ergeben, dass es neben dem Haupthaus auch noch Nebengebäude gab. Dazu zählten in der Regel Stall und Scheune, häufig auch ein Bad. Westlich des Gebäudes zweigte eine Nebenstraße der Via Belgica in Richtung Südwesten ab. Der Grundriss des Herbergsgebäudes konnte im Frühjahr 2014 durch eine archäologische Ausgrabung bestätigt werden.