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Via Belgica
Kommende Siersdorf

Die Ruine der Kommende Siersdorf lässt heute noch erahnen, dass es sich hierbei um ein prachtvolles Gebäude gehandelt hat. 600 Jahre lang diente die Anlage als Verwaltungssitz und Residenz für die Ritter des Deutschen Ordens.

Das Herzstück ist das Herrenhaus aus Backstein, eine mehr als 1000 Quadratmeter große einflügelige Anlage mit vier quadratischen Ecktürmen. Diagonale Gänge führen vom Hauptbau aus in die Türme. Das Gebäude im Renaissance-Stil ist von einem tiefen Graben umgeben. Das viergeschossige Walmdach und die Turmhelme sind im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach nicht wieder errichtet worden.

Früher bestand die Deutschordenskommende Siersdorf aus einer Pfarrkirche, U-förmig angelegten Wirtschaftsgebäuden, zwei Gutshöfen (kleiner und großer Hof) sowie dem Herrenhaus. Die erste Kommende baute der Deutsche Orden zwischen 1264 und 1267 nach einer Schenkung durch Wilhelm III. und einer weiteren durch Wilhelm IV., Graf von Jülich.

Als Kaiser Karl V. und Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg 1542/43 um die Herrschaft über das Herzogtum Geldern stritten, legten Söldner die Kommende und den Hof in Trümmer. Heinrich von Reuschenberg baute das Herrenhaus 1578 im Stil der Renaissance wieder auf.

1607 wurde der große Hof neu errichtet und 1750 das Herrenhaus renoviert. Französische Truppen besetzten und plünderten die Kommende 1794 im Zuge des Ersten Koalitionskriegs. Nach einer weiteren Restaurierung im Jahre 1920 wurde die Anlage im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört und verfiel danach zur Ruine.

Heute befindet sich die Kommende im Besitz eines Fördervereins, der sie mit Bundes-, Landes- und Eigenmitteln saniert und restauriert.